Montag, 12. September 2005
Letzte Aktualisierung
Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich mich an dieses Blog erinnert habe. Und dann noch eine Weile, bis ich nachschauen konnte, ob das Blog noch existiert.

Daß es noch da ist und der Mensch, den ihr als "beyond" kanntet hier noch nicht in Vergessenheit geraten ist, finde ich wirklich schön. Ich bin sicher, darüber hätte sie sich gefreut, denn sie mochte den Compass.

Ich bin aber auch sicher, dass sie es schade gefunden hätte, dass er jetzt verwaist ist und wahrscheinlich irgendwann gelöscht wird. Immerhin hat sie sich sehr bemüht, jemanden zu finden, der hier weitermacht, weil sie immer seltener die Zeit dafür gefunden hat. Gegeben hat sie es dann mir und mir war es lange nicht möglich, das ausreichend zu würdigen.

Deshalb hatte ich mir eigentlich überlegt, falls noch jemand hier vorbeischaut, werde ich das Kapitel für sie abschliessen und ein bisschen darüber erzählen, wer sie war und wie sie gelebt hat, auch wie sie gestorben ist. Aber weil ich die Gründe nicht kenne, warum sie sich hinter einem Pseudonym versteckt hat, werde ich das lieber nicht tun.

Als ich kurz vor ihrem Tod das Blog übernommen habe, hat sie all ihre Beiträge offline gestellt und großteils auch gelöscht. Aber einige sind noch da, weil sie sie archivieren wollte. Gestern nacht habe ich mich darin festgelesen und wer sie kannte, versteht bestimmt sehr gut, warum sie ihr zu wichtig waren, um sie zu löschen.

Obwohl es mir leider nur sehr kurze Zeit vergönnt war, sie zu kennen und zu lieben, könnte ich tausend Dinge über sie schreiben. Aber nichts von all dem könnte sie besser beschreiben als das, was sie selbst geschrieben hat. Die meisten der Einträge sind entstanden, als wir uns noch nicht kannten, aber ich habe sie in jeder Zeile, in jedem Wort wiedererkannt.

In der Hoffnung, daß es jenen, die noch einmal an sie denken und mit ihr lachen und weinen wollen auch so geht, werde ich ihre Archivreste heute im Laufe des Tages noch einmal online stellen. Einen besseren Abschied für die virtuelle "beyond" kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Damit das Blog aber nicht wieder und dann endgültig zur Karteileiche verkommt, wird es nicht lange so bleiben. Nur ein paar Tage oder vielleicht Wochen zum Andenken.

Danach lösche ich alles und wäre sehr froh, wenn sich bis dahin jemand gefunden hat, der den Compass wieder mit Leben füllt. Wenn es jemand wäre, der sie gekannt hat, wäre das schön, aber es ist die Hauptsache, daß nicht wieder eine monatelange Lücke entsteht, sie war kein Mensch, der etwas verkümmern lassen wollte.

Wer also Interesse daran hat, dieses Blog zu übernehmen, schreibt mir bitte eine kurze Nachricht an:

nina_teuschler"at"yahoo.de

Gruß,

Nina

Nachtrag: Es ist jetzt für alles online, was sich noch im Archiv verborgen hatte. Danke fürs Vorbeischauen.

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Sonntag, 11. September 2005
3,5 Monate
Manchmal triffst du einen Menschen, der sofort wichtig für dich ist. So wichtig, daß du ständig an ihn denken musst. Daß sich dein ganzen Leben um ihn dreht. Mir ist das noch nicht so oft passiert. Nur mit ihr. Das weiß ich im Nachhinein ganz sicher. 3,5 Monate kurz war diese Zeit.

Weil sie klug war. Und nachdenklich. Und albern, sehr albern. Auf eine schöne Art. Und abenteuerlustig. Und warmherzig. Und sexy. Ich hätte so gern gewusst, wie es mit uns weitergeht.

Ich schreibe das jetzt endlich, weil ich glaube, daß es auch Blogger gibt, die sie gemocht haben. Auch wenn die sie wahrscheinlich hauptsächlich nur als "beyond" gekannt haben.

Die Frau, die hier "beyond" hiess ist am 14. August 2004
gestorben. Unerwartet, bei einem Unfall.

Vielleicht ist da draussen im Netz noch jemand, der sich gern an sie erinnert. Das fände ich schön.

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Freitag, 6. August 2004
Change of voice
Vor 221 Tagen machte sich Klein-Beyond froh, munter und unbedarft dran, dem Compass Leben einzuhauchen. Angefixt durch viele von Euch, dankenswert sehr erleichtert durch die Möglichkeiten, die blogger.de zur Verfügung stellt.

Ein Experiment war es. Eine "Herausforderung", wie ich mein erstes Posting betitelte. Ich wollte sehen, was es mir bringt. Wohin es führt, wenn ich meine Gedanken und meinen Alltag hier festhalte. Gebracht hat es mir Gespräche mit netten Menschen. Humorvolle Gespräche, melancholische und aufbauende. Dafür sage ich jetzt mal ganz artig und vor allem auch aufrichtig Danke.

Meine Besuche hier wurden trotzdem immer seltener. Allerdings nicht so selten, wie es den Anschein hatte. Ich habe vieles geschrieben, um es dann wieder zu verwerfen. Meine Selbstzensur wurde zunehmend strenger. Viele von den Lebenssplittern, die bereits kommentiert und gelesen waren, wurden mir zunehmend unangenehm. Zu authentisch, zu viel Beichtmodus, zu viel ausgekotzt. Not my style. Eigentlich.

Schon immer hatte ich großen Respekt vor dem Wort. Ich halte es für eine große Kunst, Menschen mit Worten zu erreichen. Auch verbal. Aber gesprochene Worte sind sehr flüchtig. Sie hinterlassen wohl ihren Eindruck, aber sie selbst vergehen. Geschriebene Worte tun das nicht.Sie bleiben, verführen zum nochmaligen Reflektieren, Interpretieren und Durchleben. Nicht gut für mich, mußte ich feststellen. Zu sehr im Wandel begriffen, zu wenig locker-flockig ist das Leben. Mein Leben zumindest. Und deswegen verschwinden seine Fragemente von diesem Ort.

Schwarze Löcher zu hinterlassen liegt mir aber nicht. Deshalb habe ich mich auf die Suche gemacht. Nach jemandem, der diesen schönen, virtuellen Raum in netter Nachbarschaft zu schätzen weiß und liebevoller behandelt als ich. Der langen Rede kurzer Sinn: ich wurde fündig. Nicht in den Weiten des Netzes, sondern in der Realität.

Liebe Leute, ab heute führt hier jemand anderer durchs Programm: the incredible Nina.

Sie wird sich in allerkürzester Kürze hier selbst zu Wort melden, aber ich möchte es mir natürlich nicht nehmen lassen, sie ein bißchen vorzustellen. Nicht bei vielen Menschen würde ich es mir herausnehmen, viel über sie zu sagen. Bei Nina kann ich das guten Gewissens tun. Ich glaube, viel über sie zu wissen. Ich liebe sie nämlich. Erst seit kurzem, aber dafür umso intensiver und hoffentlich auch noch sehr lange.

Nina zu lieben ist nicht schwer, denn sie selbst ist voller Liebe. Dieser kitschigste aller Sätze, den ich jemals geschrieben habe, ist wahr. Ich schwöre es. Nina liebt das Leben. Nina liebt Menschen. Naturgemäß nicht alle, aber die Mehrzahl. Sie versucht es zumindest, was viele Menschen ja längst aufgegeben haben.Nina liebt auch Tiere, vor allem ihren schwulen Papagei Xaver.Tierliebe ist zwar keine ungewöhnliche Eigenschaft für eine Tierärztin, aber sie macht sympathisch.

Nun darf man sie sich nicht als immer lieb lächelnde Jasagerin vorstellen, die in Batikgewand und Birkenstocklatschen die Welt zu retten versucht. Obwohl ich es schade finde, daß sie das nicht versucht, denn ich denke, sie würde es schaffen. Daß sie manchmal nicht auf den ersten Blick als das wunderbare Geschöpf erkannt wird, das sie ist, mag daran liegen, daß sie Überzeugungen hat. Viele davon. Und nicht nur das - sie ist sogar bereit, dafür einzutreten. Gelegentlich raubt ihr das etwas von ihrem Charme, insbesondere wenn sie zwar für ihre Überzeugungen, aber gegen mich eintritt. Aber wie gesagt passiert das nur gelegentlich.

Gelegentlich etwas befremdlich ist auch ihre legendäre Morgenmuffeligkeit. Sollten Sie hier einmal frühmorgens über einen gerade geschriebenen Eintrag stolpern, bitte ignorieren Sie ihn. Er wird vermutlich ohnehin den Tag nicht überdauern, weil Nina Angst vor Beleidigungsklagen hat.Oder davor, des Landes verwiesen zu werden.

Ansonsten werden Sie bestimmt gut mit ihr auskommen, da bin ich überzeugt. Ich könnte durchaus noch mehr über sie schreiben, aber dann würde es vermutlich ausufern. Ich will ja nicht, daß Sie beim Lesen glauben, Nina schon zu kennen und jegliches Interesse verlieren, hier noch einmal reinzulesen. Das wäre fatal, ich sag es Ihnen. Bestimmt würden Sie so einiges verpassen.

Was mich angeht: ich setz jetzt die Tarnkappe auf. Natürlich werde ich mich lesenderweise weiterhin hier herumtreiben. Was gibt es Praktischeres, als den Gemütszustand der Liebsten schon vor dem Treffen aus ihrem Weblog zu erfahren? Vielleicht traue ich mich sogar, hier gelegentlich zu kommentieren. Aber Beiträge schreiben werde ich nicht mehr. Trotzdem oder deswegen. Freuen Sie sich darauf, wie es hier weitergeht.

Alles Liebe Ihnen allen. Und fleißig in Ihren Domizilen weiterschreiben bitte. Ich werd Sie nämlich weiterhin besuchen, gelegentlich.


Gruß,

Beyond

Anmerkung 1: Die Lobhudeleien auf die neue Bewohnerin des Compasses sind keineswegs subjektiv, wie man annehmen könnte. Sie beruhen auf objektiven empirischen Beobachtungen. Also glauben Sie sie ohne Widerspruch. Alles andere betrachte ich als Ketzerei.

Anmerkung 2: Und wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, reden Sie der liebsten Frau von allen diese Bloggestaltung aus. *duck*

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